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Weltflüchtlingstag: Integration beginnt in den Erstaufnahmeeinrichtungen (vom 20.06.2017)
Weltflüchtlingstag: Integration beginnt in den Erstaufnahmeeinrichtungen
Heute ist Weltflüchtlingstag. Etwa 65 Millionen Menschen befinden sich derzeit weltweit auf der Flucht. In unseren Erstaufnahme-einrichtungen im Land Brandenburg finden Asylsuchende nach ihrer Ankunft in Deutschland Schutz. Dort kümmern sich 240 qualifizierte und erfahrene DRK-Mitarbeiter um das Wohl, die tägliche Versorgung, Beratung, Betreuung und medizinische Versorgung von Geflüchteten und darum, dass sie sich vom ersten Tag an in Deutschland willkommen fühlen. Einer von ihnen ist Dr. Neman Baker.

„Es ist egal, was die Bewohner beschäftigt – wir helfen weiter“, sagt Dr. Neman Baker. Der promovierte Journalist und frühere Dozent stammt aus Jordanien und ist einer von sieben Mitarbeitern in der Sozialstation. Dass er Arabisch spricht, hilft in vielen Situationen weiter – denn er kann zwischen Bewohnern und Rotkreuzlern vermitteln oder die Beratung selbst durchführen. Insgesamt sprechen die Mitarbeiter der Sozialstation fünf Sprachen: Deutsch, Arabisch, Französisch, Englisch und Russisch.
Konflikte mit dem Ehepartner, Streit mit anderen Bewohnern, Angst vor der drohenden Abschiebung oder Suchtprobleme sind nur einige Themen, über die die Menschen in Einzelberatungen sprechen. Manchmal geht es auch um ganz allgemeine Fragen, etwa zur Familienzusammenführung, zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten oder zu behördlichen Dokumenten, die nicht verstanden werden. „Neben der Hilfe für akute Problemlagen sprechen wir mit den Bewohnern auch über ganz allgemeine Dinge in der Einrichtung“, sagt Neman Baker. Die Ankommenden erhalten beispielsweise Informationen über die Regeln des Zusammenlebens in den Häusern oder zum ärztlichen Versorgungsangebot. Darüber hinaus gibt es einmal wöchentlich Gruppensitzungen. Hierbei geht es um Themen wie Asylrecht, aber auch um interkulturelle Konflikte zwischen den Bewohnern oder die Herausforderungen, die ein gemeinsames Leben auf engem Raum mit sich bringt. „Diese Gruppensitzungen sind vor allem für die Neuankömmlinge wichtig, damit sie sich in der Gemeinschaft schneller zurechtfinden “, so Baker. Die Teilnahme ist freiwillig.

Niedrigschwellige Gruppenberatung

Eine Besonderheit ist zudem die sogenannte Korridor-Beratung, eine Idee der Helfer. Sie ist besonders niedrigschwellig, um kurzfristig viele Personen zu erreichen, die weder zu den Gruppen- noch zu den Einzelterminen kommen. Bei der Korridor-Beratung versammeln sich die Bewohner eines Hauses oder eines Containers auf dem Flur und sprechen direkt über ihre alltäglichen Konflikte. Beispielsweise fühlen sie sich durch ihren lauten Nachbarn gestört oder finden, dass jemand die Teeküche immer zu dreckig hinterlässt. Hier können die Berater auf kurzem Weg Streit schlichten.
Darüber hinaus organisiert das Team der Sozialberatung Freizeitaktivitäten für die Bewohner, um den Alltag zu strukturieren. Vom Fußballturnier bis zum gemeinsamen Ausflug stellen sie ein breites Angebot auf die Beine. Wenn ihre Zeit es zulässt, unterstützen sie zudem die Hausbetreuer – etwa, wenn es darum geht, einen Transfer zu koordinieren. „Wir sind flexibel und immer da, wenn wir gebraucht werden“, so Dr. Neman Baker. „Um es mit Maxim Gorki zu sagen: ‚Eigentlich sollte man einen Menschen nicht bemitleiden, besser ist es, ihm zu helfen.’“


© Fotos: DRK

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